Montag, 25. September 2017

Massenbesichtigung: So kriegen Sie trotzdem Ihre Traumwohnung






Massenbesichtigung: So kriegen Sie trotzdem Ihre Traumwohnung

 

Sie haben die Traumwohnung eigentlich schon gefunden. Das Problem: Sie sind nicht der einzige Interessent. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Chancen erhöhen, vom Vermieter oder Verkäufer am Ende auch ausgewählt zu werden. Mit diesen sechs Tipps machen Sie sich bei Anbietern beliebt.


Telefon oder Mail für die Kontaktaufnahme?

Um an Ihre Wunschwohnung zu kommen, muss man zuallererst Kontakt zum Vermittler aufnehmen. Zum Hörer zu greifen, mag oft einfacher und schneller gehen, aber wenn Sie sich für ein Objekt bewerben wollen, empfiehlt es sich immer auch eine E-Mail zu schreiben. Anrufe werden nicht immer beantwortet, da die Anbieter, egal ob Makler oder Eigentümer allein schon berufsbedingt viel unterwegs sind. Eine E-Mail läuft hingegen entweder in den Posteingang oder sogar in das elektronische System des Anbieters ein. Außerdem können in der E-Mail schon Auskünfte mitgesendet werden, die es dem Anbieter erleichtern, Sie in die nähere Wahl zu ziehen.

Auf die richtigen Infos kommt es an!

Wenn es darum geht, sich beim Makler oder Vermieter vorzustellen, sollten Sie die für den Auswahlprozess relevanten Informationen zu Ihrer Person nicht vorenthalten. Weisen Sie darauf hin, dass Sie ein geregeltes Einkommen haben und auch sonst finanziell abgesichert sind. Bedenken Sie, dass die Nachfrage momentan groß ist und viele Menschen auf Wohnungssuche sind. Ähnlich wie bei einem Bewerbungsgespräch für einen Job sollten Sie daher einen Beweggrund nennen, warum Sie die Wohnung haben wollen und warum Sie der geeignete Käufer oder Mieter sind. Auch die aktuelle Wohnsituation ist erwähnenswert.

Etikette bewahren!

Versetzt zu werden, hat niemand gern. Umso weniger Verwalter, Makler oder Eigentümer, wenn es um eine Wohnungsbesichtigung geht. Um einen guten, ersten Eindruck zu hinterlassen, ist es daher wichtig, pünktlich zu erscheinen. Auch Höflichkeit und Ehrlichkeit sind Attribute, die bei Wohnungsvermittlern gut ankommen, genauso natürlich wie ein gepflegtes Erscheinungsbild. Für Sie mag es selbstverständlich sein aber immer wieder scheitern Bewerber am ersten Eindruck. Zur Etikette gehört auch, bei Massenbesichtigungen anderen Bewerbern freundlich gegenüber zu treten. Vermeiden Sie Negativgefühle und ziehen Sie auf keinen Fall über Ihre ehemaligen Vermieter oder Nachbarn her.

Zeigen Sie Interesse!

Um positiv aus der Menge der Mitbewerber herauszuragen, ist es wichtig echtes Interesse zu bekunden. Informieren Sie sich gründlich über das Objekt und stellen Sie Maklern und Vermietern die richtigen Fragen. Scheuen Sie sich nicht davor, Verwalter, Makler und Eigentümer bei einer Massenbesichtigung in ein Gespräch zu verwickeln. So hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck. Punkten Sie mit Sympathie — der Vermieter möchte schließlich nicht nur seine Wohnung loswerden, sondern auch sichergehen, dass der potenzielle Mieter gut in die Hausgemeinschaft passt.

Weniger ist mehr!

Auskunft zu geben über Ihren Beruf, den Familienstand und Ihr Einkommen ist absolut normal und auch berechtigt. Umgekehrt sollten Sie vor dem Anbieter auch nicht ihr ganzes Privatleben ausschütten. Das wirkt mitunter aufdringlich und kann genau zum gegenteiligen Effekt führen.

Formalien sind das Sahnehäubchen.

Um Ihre Chance, auf die begehrten vier Wände zu erhöhen, sollten Sie für Ihre Suche eine Bewerbungsmappe erstellen. Das ist absolut kein Muss, da Vermieter, Makler, Eigentümer und Vermieter darauf nicht bestehen können. Klar ist aber auch, dass Sie sich damit deutlich von anderen Interessenten abheben, die keine Mappe erstellt haben. Einer ordentlichen Mappe müssen folgende Dokumente beiliegen: ein kurzes Anschreiben, worin Sie etwas zu Ihrer Person und Ihren Lebensverhältnissen erzählen, eine Bestätigung über Mietschuldenfreiheit (vom aktuellen Vermieter), Schufa-Auskunft, die letzten drei Gehaltsnachweise und ein Bewerbungsfoto.

Montag, 18. September 2017

Mögliche Fallstricke beim Gebrauchtimmobilienkauf!






Mögliche Fallstricke beim Gebrauchtimmobilienkauf


Beim Kauf einer Gebrauchtimmobilie werden viele Fehler gemacht. Die zehn häufigsten Fallstricke, auf die es zu achten gilt.

Von Bernhard Hoffmann




Zukunftsfähigkeit der Immobilie

Neben der Größe und Lage der Immobilie empfiehlt es sich zu prüfen, ob sie an künftige Bedürfnisse anpassbar ist. Können Räume verbunden werden, wenn die Kinder ausziehen? Kann bei einem Einfamilienhaus ein separater Eingang geschaffen beziehungsweise ein Teil der Wohnung abgetrennt und vermietet werden?

Planungsrecht

Das Planungsrecht legt fest, welche Gebäude und Nutzungen im Umfeld zulässig sind. Ein geplanter Anbau, eine Dachaufstockung oder Umnutzung muss mit diesen Richtlinien im Vorfeld abgeglichen werden.

Baugenehmigung

Nicht jedes Gebäude ist legal gebaut oder wird wie vorgesehen genutzt. Hier ist zu prüfen, ob dies mit der erteilten Baugenehmigung übereinstimmt. Zum Beispiel kann eine nicht genehmigte Nutzung in einem zur Wohnung umgebauten Dachboden oder Keller untersagt werden. Der Eigentümer einer nicht legalen Wohnung oder Teilfläche im Eigenheim verliert Kapital und unter Umständen eingeplanten Wohnraum.

Altlasten prüfen

Altlasten sind selten sichtbar, können aber sowohl den Wert als auch die Wohnqualität dramatisch mindern. Neben Altlasten im Boden empfiehlt es sich ferner mögliche Gefahren im Gebäude zu klären. So wurde in den 1970er Jahren bei vielen Bauwerken Asbest verwendet. Neben den zu erwartenden Sanierungskosten ist der geringeren Nachfrage beim Wiederverkauf und dem eigenen Wohlfühlaspekt bei den Kaufüberlegungen Rechnung zu tragen.

Baulasten

Grundbuch und Baulastenverzeichnis geben Auskunft darüber, ob und in welchem Umfang die Immobilie mit Rechten und Lasten belegt ist. Die einzelnen Belastungen sind abzuwägen. Zum Beispiel können sich Geh-, Fahr- oder Leitungsrechte zugunsten eines Nachbarn nachteilig auf die Bebaubarkeit und Wohnqualität auswirken.

Veränderbarkeit der Grundrisse

Die neuen vier Wände sollten möglichst alle Bedürfnisse des Käufers befriedigen. Die entscheidenden Fragen lauten: Ist die Immobilie und ihr Raumzuschnitt passend? Ist die gewünschte Flexibilität gegeben? Welche Anpassungen und Umbauten sind erforderlich? Sind die gewünschten Änderungen gemäß Baurecht genehmigungsfähig sowie bei Eigentumswohnungen zustimmungspflichtig?

Erhaltungs-  und Sanierungszustand

Bauexperten erkennen, ob zurückliegende Sanierungen wie feuchte Wände nur mit Farbe kaschiert wurden. Mittels Begehung und Abgleich mit den Angaben des Eigentümers erschließt sich der Gebäudezustand. Vorgenommene und erforderliche Investitionen werden ermittelt und bilden die Basis für weitere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen.

Renovierungskosten

Ein häufig unterschätzter Kostenpunkt sind die Sanierungs- und Renovierungskosten. Ein Beispiel hierfür ist die Elektrik. In Bestandsgebäuden werden Kabel und Steckdosen oft willkürlich ergänzt. Wird beim Einzug eine Veränderung vorgenommen, haftet der Handwerker für die Sicherheit der Gesamtinstallation. Die Änderung zieht eventuell Folgekosten nach sich.

Besonderheiten Eigentumswohnungen

Kaufinteressenten von Eigentumswohnungen haben zusätzliche Punkte zu beachten. Als Mitglied einer Eigentümergemeinschaft ist es von zentraler Bedeutung, ob Aufteilungsplan und Teilungserklärung mit der Baugenehmigung übereinstimmen. Sinnvoll ist es, die zurückliegenden vier Eigentümerprotokolle zu prüfen. Sie geben Auskunft über die Rücklagen der Gemeinschaft, ausgeführte Instandsetzungen, Betriebskosten oder Streitigkeiten.

Muskelhypothek und Mehrkosten

Viele Immobilienbesitzer überschätzen ihre handwerklichen Fähigkeiten bei Sanierungsarbeiten. Gleichzeitig werden die notwendige Zeit sowie ihre Ausgaben für Material und Maschinen unterschätzt. Bei der Sanierung von Bestandsimmobilien lauern häufig Überraschungen. Die Erwerber sollten zu den kalkulierten Kosten einen Puffer von etwa zehn Prozent einplanen.


Bernhard  Hoffmann
Absolvierte nach seinem Studium (Geschichte, Politik)
eine Ausbildung zum Journalisten 
und ist seit 1996 als Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter tätig. 
Seit rund zehn Jahren befasst er sich vorzugsweise
mit immobilienwirtschaftlichen Themen.